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Akklimatisieren in der Profi-Luft

Zartbitterschokolade, Regen auf Fensterglas, Gedanken in alle Himmelsrichtungen. Heute ist mal wieder einer dieser gewollt planlosen Tage.

Seit Tagen romantisiert: Ausschlafen, Frühstücken, Lesen, entspannen. In der Realität dann doch etwas ziellos und zäh. Allerhöchste Zeit mich mal wieder an meinen Schreibtisch zu setzen und zurückzudenken – an eine überraschend schöne Woche.



Gewohnheit als Schlüssel


Die letzte Woche stand ganz im Zeichen des Radfahrens. Wow, was eine Überraschung. Sonntag war "Rund um Köln" – das älteste Radrennen Deutschlands. Und ganz nebenbei eines meiner Saisonhighlights. Nachdem ich Montag und Dienstag noch relativ müde vom Wochenende war (Autofahren, Autofahren, Autofahren), bin ich am Mittwoch die Rennstrecke von Rund um Köln abgefahren. Mitten durchs Bergische Land. Schmale Feldwege, steile Anstiege und lange Täler. Ich stellte mich also auf einen harten Sonntag ein. Enttäuscht wurde ich nicht.

Passend dazu 35 Grad Hitze, kaum Wind und insgesamt drei Stunden im Auto – nach Köln und back – immerhin zwei Eis-Stops und gute Gesellschaft. Dementsprechend war ich Mittwochabend schon etwas durch.

Am Donnerstag bin ich dann noch drei Stunden easy mit meinem Freund Jonas Messerschmidt geradelt. Selbstverständlich wieder ins Café – so viel gehört zu einem erfolgreichen Training immer dazu.

Mental und körperlich fit war ich also mehr als ready für Wochenende. Wenn ich merke, dass alles stimmt – meine Ordnung, meine Motivation, mein Körper, weiß ich meistens, dass im Rennen etwas geht. Genau so wars.

Kölle enttäuscht nicht

Nun also zum Rennen: 200 Kilometer und 15 schwere Anstiege. Nachdem ich den Sprung in die frühe Spitzengruppe geschafft hatte, war ich quasi den ganzen Tag vorn. Nach 50 Kilometern schlossen von hinten 25 Fahrer auf. Ab da war den ganzen Tag Tempo. Ich wusste direkt, dass es ein langer Tag werden würde. Einfaches Ziel: Vorne ankommen, nicht abhängen lassen. Dass ich fünf Stunden später ein Haken dahinter machen konnte, überraschte mich selbst ein wenig.

Über jeden Anstieg ekelte ich mich drüber. Als ich nach dem letzten Berg, dem Kopfsteinpflaster am Bensberger Schloss immer noch ein Hinterrad vor mir sah, wusste ich, das kann heute was Großes werden.

Im Finale fehlten mir leider letztlich etwas die Körner, aber als ich am Ende als Vierzehnter ins Ziel rollte, war ich schon sehr happy. Form bestätigt und viel wichtiger: Ich weiß jetzt, dass ich da vorne mitfahren kann. Da fehlt nichts mehr. Genau das zu wissen, genieße ich gerade, versuche dieses Gefühl aufzusaugen – diese Welle aufrechtzuerhalten.

Wenn sich an so einem Tag alles Leiden auszahlt, dann war es kein Leiden – viel mehr ein genießen.

So richtig los geht die Saison jetzt erst, much more to come. Ich bin sehr gespannt, was die nächsten Rennen noch so alles bringen. Morgen geht es nach Belgien, nächste Woche nach Italien. I am ready.



Kulinarischer Sidestep


Meine geschmacklichen Höhepunkte sollen hier nicht zu kurz kommen. Erwähnenswert ist zumindest, dass ich seit Dienstag in Sachen Lieblingsessen einen neuen Favourite habe: Tofu Kung Pao. Die Kurzfassung: Tofu (what a Surprise) mit Reis, Ingwer, Chili, Erdnüsse, Paprika und Süß-Sauer Soße. Das ganze irgendwie mixen. Endergebnis: Geschmacksexplosion.

Glücklicherweise habe ich viel zu viel für einen Ein-Personen-Haushalt gemacht. Dementsprechend hat es die ganze Woche gehalten.

Interessant zu beobachten, wie sich dieser Blog langsam, aber sicher in eine Food-Fotoserie verwandelt. Wenn ich Zeit finde, schreibe ich ein paar Kochexperimente in Rezepte um. Motivation dafür hätte ich aufjedenfall.



Wenig ist mit folgendem Gefühl vergleichbar: Eine Stunde lang in Pfannen und Töpfen herumrühren, Zuatetn reinwerfen, würzen. Anschließend einen Teller herausholen, sich an den Tisch setzen und den ersten Löffel zu probieren - hochschauen, durchatmen, abschmecken und dann hoffentlich genüsslich die Mundwinkel nach oben ziehen.

Jetzt gehts zum See. Im Rucksack nur ein Buch und meinen Haustürschlüssel.


Postskriptum: Diese Reiswaffel hat sich nach einem müden Biss in "Donald Trump als Mond" verwandelt. Dieses kleine Schmankerl hat mir den Samstagabend etwas versüßt, vielleicht euch ja die Woche. Ein Zeugnis von zu langen Autofahrten – das "macht was mit einem".


Macht's gut, euer Jon!


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