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TOP FIVE: Places to ride my bike


Sonne, Meer, etwas Wind, Temperaturen im oberen zweistelligen Bereich – Das wichtigste fehlt allerdings: Wenn ich an meine Lieblingsspots denke, denke ich an die Berge. Schneebedeckte Gipfel, eine unfassbare Weitsicht und so ein Gefühl von Grenzenlosigkeit der Natur.

Heute denke ich laut an die Regionen, in denen ich meine Zeit im Sattel am liebsten verbringe. Natürlich alles rein subjektiv und auf persönlichen Erlebnissen beruhend.




Platz 5: Sauerland (Deutschland)


Na klar, das gute alte Sauerland muss dabei sein. Es ist meine Heimat, und wenn ich nicht unterwegs bin, meine tägliche Trainingskulisse. Zwar wohne ich nur vor den Toren des Sauerlands, aber genau deshalb fühlt es sich jedes mal ein klein bisschen nach Urlaub an, wenn ich es betrete – oder befahre, wie auch immer.

Der größte Pluspunkt ist für mich die Vielfalt. Seichte Anstiege auf ruhigen Straßen, gleichzeitig steile, verwinkelte Rampen durch die dichtesten Tannenwälder.


Ein wenig abzugrenzen ist Südwestfalen, im Westen des Sauerlands – der sogenannte Märkische Kreis. Enge Täler, dicht bewaldete steile Berghänge und hier und da Überbleibsel aus der Industrievergangenheit. Besonders gereizt haben mich schon immer diese "Lost Place" - ähnlichen Bauten, Zeugen der ehemals boomenden, metallverarbeitenden Industrie in Südwestfalen.

Zu erwähnen ist hier das magische Dreieck zwischen Hagen, Iserlohn und Lüdenscheid. Alles in diesen drei Wänden ist purer Genuss auf dem Rad. Kleiner Geheimtipp: Das Nahmertal. Knapp zwanzig Kilometer schlängelt sich ein immer schmaler werdender Waldweg hinauf in den Ort Wilblingwerde. Vorbei an der Brenscheider Mühle, vereinzelten Wohnhäusern, stets den Nahmerbach zur Linken. Gemeinsam mit meiner Trainingsgruppe, dem illustren 1.FC Nahmer, habe ich bereits jeden Winkel dieses Märchenlandsauf auf zwei Rädern bereist.


Und auf der anderen Seite gibt es da das östliche Sauerland. Da denke ich an Winterberg und den Kahlen Asten, den höchsten Punkt in Nordrhein-Westfalen – 842 Meter. Charakteristisch sind vor allem die langen, weiten Täler, ruhige, gut ausgebaute Landstraßen, sowie die dichten Kiefernwälder.

Wenn ich länger nicht zuhause bin, vermisse ich's schnell auch mal. Für mich der Beweis: Ein würdiger Platz Fünf.






Platz 4: Girona, Katalonien (Spanien)


Weiter geht's mit Girona. Die Radsporthochburg im äußersten Nordosten Spaniens. Jeder halbwegs ambitionierte Rennradfahrer war schonmal dort, hat mindestens von diesem Ort gehört.


Girona ist nicht die typische spanische mittelgroße Stadt. An vielen Stellen ist die Handschrift des Sports zu sehen. Das liegt zum einen an der geographischen Lage und dem angenehmen Klima. In die Ausläufer der Pyrenäen sind es nur wenige Kilometer. Die wunderschön zerklüftete Costa Brava ist auch nur knappe 30 Kilometer entfernt. Sowohl flaches Terrain, als auch bergige Touren lassen sich dadurch realisieren. Diese Vielfalt an Möglichkeiten durch die abwechslungsreiche Landschaft finde ich sehr angenehm.

Viele Profisportlerinnen und Radsportler leben in der Stadt. Kaffeeröstereien und Radgeschäfte säumen die mittelalterliche Altstadt – die ideale Umgebung zum Trainieren.


Letztes Jahr im Frühling war ich zum zweiten Mal dort. Um diese Jahreszeit ist es dort am schönsten. Die Bäume blühen in rosa und orangenen Tönen. Saftig grüne, sich seicht auf- und abhebende Felder. Eine echt coole Kulisse zum Radfahren. Besonders wenn mal wieder fünf, sechs Stunden im Trainingsplan stehen (das kennt natürlich jede*r), geht die Zeit dort sehr schnell rum.





Platz 3: Piermont (Italien)


Endgültig angekommen in den richtigen Bergen. Die Region Piermont liegt am Fuße der Alpen im Nordwesten Italiens, grenzt an Frankreich und die Schweiz.

Letzten Sommer habe ich dort zwei unglaublich schöne Wochen verbracht. Damals lebte ich in Sestriere, ehemaliger Wintersportort mitten in den Alpen, etwa 50 Kilometer westlich von Turin. Gemeinsam mit Johannes und Borri, zwei engen Rad-Genossen, war ich im Höhentrainingslager.


Besonders nachhaltig im Gedächtnis geblieben sind mir dort die Alpenpässe.

Ein Must Do für jede Radfahrerin und Radfahrer ist der Colle delle Finestre. Der Gebirgspass lässt sich von der einen Seite nur über eine schier endlose Schotterstraße erklimmen. Im Zickzack geht es von der Stadt Susa hinauf auf 2178 Meter.

Ebenso erwähnenswert ist die Stadt Susa selbst. Gesegnet mit Sehenswürdigkeiten, vom Tourismus (glücklicherweise) stark unterschätzt. Besonders schön ist die alte römische Stadtmauer mit dem Porta Savoia (siehe Bild).


Erwähnenswert ist jedoch auch der Ort Sestriere selbst. Austragungsort der olympischen Winterspiele 2006. Wirklich jedes Gebäude sieht dort nach 2006 aus. Seitdem scheint die Stadt eingeschlafen zu sein. Seltsamerweise aber haben die schroffen, emotionslosen Schandbauten, die an den Brutalismus erinnern, einen süßen Charme. Es scheint als schreckten diese architektonischen Ungeheuer den Tourismus, und mit ihm den Trubel ab.

Es könnte nicht ruhiger zugehen – dort oben in Sestriere.


Was das Radfahren angeht, geht's also mehr oder weniger nur hoch und runter. Außer die Tour führt Richtung Osten Richtung Turin. Ab der Stadt Pinerolo beginnt die Flachebene. Aus den tiefstem Gebirge geht es so vergleichweise schnell ins Flachland. Pluspunkt.

Für mich steht jedenfalls fest: Nächstes Jahr komme ich wieder.






Platz 2: Algarve (Portugal)


Langsam nähern wir uns der Spitze. Die Entscheidung war nicht einfach. Aber zurecht so weit vorn steht für mich die Algarve. Meine persönlichen Erfahrungen beruhen hier zunächst auf dem Sommer 2016. Scheinbar genug um mir nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben.


Damals war ich eine Woche in Sagres – der südwestlichste Punkt Europas. Von dort aus führten meine Touren meistens in die Serra de Monchique. Gleich neben dem Meer türmt sich dieser Gebirgszug auf. Urige Dörfer, weitreichende Korkeichenhaine. Das dünn besiedelte Gebirge erstreckt sich über den größten Teil des dünn besiedelten Hinterlandes.

Besonders eindrucksvoll war für mich jedoch das Cabo de São Vicente. Schroffe Felsen, kilometerlange weiße Sandstrände und ganz viel Wind. Daran geknüpft ist vielleicht eine der schönsten Radfahrten in meinem Gedächtnis. Ein warmwindiger Sommerabend Ende Juli – eine Fahrt in den Sonnenuntergang. Anhalten, ausklicken, auf die Klippen setzen und warten bis die Sonne sich vom letzten Stück Land Europas – zumindest für ein paar Stunden verabschiedet.


Nun sollte es siebe Jahre dauern bis ich zurückkehrte. Im August führte eine Etappe der Portugal-Rundfahrt durch das Herz der Algarve. Insgeheim hatte ich auf mehrere Etappen im Süden Portugals gehofft. Die dritte Etappe führte von Sines an der Westküste südwärts nach Loulé. Bereits der Start am Strand lies mich kurz hinterfragen, was mich davon abhielt, mir ein Surfbrett zu picken. Was mich davon abhielt, die Radhose gegen Badehose zu tauschen.


Die Algarve hat sich tief in mein Gedächtnis gebrannt. Für den Sommer 2024 steht sie weit oben auf der Bucket List.

Bis Bald! (oder für Romantiker: Vejo você em breve!)






Platz 1: Trentino (Italien)


Wenig überraschend und alles andere als ein Geheimtipp: Südtirol. Für die meisten Radfahrer ganz weit oben, für mich ganz einfach aufgrund hübscher Erinnerungen. Wahrscheinlich war ich zu oft dort. Höhentrainingslager, Radrennen, Familienurlaube, Roadtrips.


Ganz markant im Kopf sind mir die bekanntesten Alpenpässe geblieben. Der Gaviapass, das Stilfser Joch und der Berninapass.

Meine ersten Erinnerungen an diese unvergesslichen Orte reichen etwas weiter zurück. Früher habe ich mit meinem Vater häufig Motorradtouren quer durch die Alpen unternommen. Hauptziel: Pässe schaffen – Steine sammeln, durchs schroffe Bergmassiv laufen, heiße Suppe und Kakao.


Später bin ich häufiger im Sommer ein paar Wochen nach Livigno gefahren. Eines der höchstgelegenen Alpentäler. Am meisten an den Bergen liebe ich die landschaftliche Verwandlung auf dem Weg nach oben. Losfahren in dichten Tannenwäldern, über saftig grüne Blumenwiesen, bis hin zur schroffen, steinigen Gipfelwüste.

Viele Eindrücke, Gerüche und verschiedenste Blickwinkel. Und das Allerwichtigste: Weitblick.

Das Gefühl von Grenzen verschwimmt, die unendliche Ruhe wird nur vom eigenen Atmen und gelegentlichem Kuhglocken unterbrochen. Und Südtirol ist nunmal eines der Dächer der Alpen. Und somit für mich der schönste Ort zum Radfahren.






More, more, more to come – Natürlich ist diese Auflistung nur eine Bestandsaufnahme. Die nächsten Jahre werden mich hoffentlich an viele weitere besondere Orte führen. Begleitet von der Hoffnung stets ein Rennrad dabei zu haben, denn aus dem Sattel scheint der Blick noch geschärfter, auf eine besondere Art schön zu sein.


Macht's gut, euer Jon!


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1 Kommentar

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Gast
10. Nov. 2023
Mit 4 von 5 Sternen bewertet.

Einen Stern Abzug weil Unna nicht auf der Liste ist!

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